001 Gelesen ist genug getan
002 Posting Paul
003 Aus Gründen
Gelesen ist genug getan
Da schreibt man nun eine Kurznachricht, eine Mail, einen Brief … was auch immer,
und dann … wartet man auf eine Antwort …, die nicht kommt.
Da scheint sich der Adressat* doch zu den : „Gelesen ist genug getan.“
Nicht gut.
* Gilt natürlich auf für die *innen
Posting Paul
Paul hält sich gern im Internet auf. Manche nennen ihn „Supersurfer“, weil er, wie sie meinen, ständig online on the road ist.
Besonders die sozialen Netzwerke haben es ihm angetan: Facebook, Instagram, TicToc und dergleichen, vor allem aber FB.
Was er nicht selber einstellt an eigenen Beiträgen (>Heute habe ich dies und das getan<), das liked er („Daumen hoch“) oder er teilt, was andere verfasst haben.
So nimmt Paul teil an der Vielstimmigkeit des Tagesgeschehens teil, und immer erscheint sein Name: Paul. Posting Paul nennen ihn mittlerweile seine Bekannten, in der Facebook-Community „Freunde“ genannt.
Was gilt angesichts dieser bunten Bilder- und Worte-Welt schon ein so altkluger Rat wie: „Willst du was gelten, zeige dich selten.“
Andererseits: wenn es darum geht, eine gute Sache bekannt(er) zu machen, gilt der alte Grundsatz der Öffentlichkeitsarbeit: „Tu Gutes und rede darüber.“
Es ist eine Gradwanderung. Ein Hochseilakt, bei dem Vorsicht geboten ist. Sonst droht der Absturz.
Aus Gründen
Warum die Sache denn so und nicht anders ausgegangen sei
fragt der Eine den Anderen.
„Aus Gründen“, antwortet der,
ohne näher auf diese Gründe einzugehen.
Damit ist Alles gesagt,
ohne dass Alles gesagt ist.