So sagen, so wünschen wir uns das und anderen auch. So froh war der Jahresbeginn allerdings nicht.
2026 begann nach einigen Minuten fröhlicher Neujahrsbegrüßung von überwiegend jungen Leuten mit der entsetzlichen Brandkatastrophe im schweizerischen Crans-Montana.
Zwei Tage später knöpften sich die USA Venezuela und deren Machthaber vor, in einer Aktion, die Phantasien anderer Potentaten wecken bzw. bestärken dürfte.
Im Inneren wieder hier und da ein kriegsähnliches Szenario mit Angriffen auf Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste während einiger Einsätze. Erbärmlich!
Volle Solidarität mit der Blaulichtfamilie! Und so weiter. Wir stehen erst am Anfang.
Ein kreativer Freund hat mir einen besonderen Neujahrsgruß geschickt. Ein Bild, zusammengesetzt aus Emojis, die sein Handy hergibt: Wolken, teils blau, teils grau, aus denen sich Regentropfen lösen wie auch Blitze. Sie zielen in Richtung einer geflügelten (mobilen) Person, daneben eine schwarze Kugelbombe, deren Lunte brennt. Am unteren Bildrand ein Menschlein, das (davon) rennt. In der Wolkenformation ein angedeutetes Gesicht. Während die einen zündeln, ergreifen andere die Flucht. Und das Gesicht …?
Was dagegen tun? Ein berühmter Philosoph, Immanuel Kant (1724-1804), hat es so auf den Punkt gebracht: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Wahlspruch der Aufklärung, der Menschen auffordert, selbstständig zu denken, sich von geistiger Bevormundung zu befreien und nicht blind Autoritäten zu folgen. Aktuell wie eh und je.
Wenn das freilich nicht hilft, bleibt nur noch, was mein Künstler-Freund unter seine Grafik gesetzt hat, das Zitat eines neuzeitlichen Philosophen, Martin Heidegger (1889-1976): „Nur noch ein Gott kann uns retten.“
Das Gesicht in den Wolken.
PS: Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Kasseler EXTRA TIP-Ausgabe vom 1o. und 11. Januar 2025.
Foto Desktop: KI, Copilot
Grafik: Rainer Knoth