Ein Vierteljahrhundert lang (1974-1998), 281 Folgen lang, ermittelte Harry Klein an der Seite von Oberinspektor Stephan Derrick in der Freitagabend-Serie „Derrick“ in Kriminalfällen, die im Münchner Milieu spielten.
Dass es den Dienstgrad des „Oberinspektors“ damals gar nicht mehr gab, spielte keine Rolle. Das Augenmerk der Produzenten wie der Zuschauer lag einzig auf den Fällen, die mehr oder minder spannend über den Bildschirm flimmerten und Millionen an die Fernseher fesselten, auch mich.
Privatfernsehen gab es zunächst noch nicht, erst recht kein Internet und damit auch keine Streamingdienste. Zudem wurden gesellschaftliche Themen wie Drogen und Generationenkonflikt angerissen, die seinerzeit die Leute beschäftigten.
Ungeachtet der Vergangenheit von Hauptdarsteller Horst Tappert galt er im Ausland, genauer in über 100 Ländern, als der „gute Deutsche“.
Stephan Derrick war der Chef, Harry Klein der Assistent. Unvergessen, wie diese Rangordnung immer wieder betont wurde in dem Satz, der angeblich in keinem Drehbuch stand und doch im kollektiven Gedächtnis der TV-Gemeinde haften geblieben ist: „Harry, fahr schon mal den Wagen vor.“
Am 25. März vor zwei Jahren ist Harry Klein alias Fritz Wepper im Alter von 82 Jahren gestorben.
Harry, der Wagen ist vorgefahren.
Oder sollte man für den getauften und konfirmierten evangelischen Christen, der in einem Porträt über sich angab, jeden Tag zu beten, das andere Gefährt vorfahren lassen, das wir gern besingen:
The gospeltrain is coming,
I hear it just at hand,
I hear the car wheels moving,
And rumbling thro‘ the land.
Get on board, children,
Get on board, children,
Get on board, children,
For there’s room for many a more.