Gelegentlich betreten seltsame Wortschöpfungen die Bühne der Öffentlichkeit.
So das Wort „Narrativ“, abgeleitet vom lateinischen „narrare“, erzählen.
Da gibt es also irgendeine Begebenheit, die angeblich von solcher Wichtigkeit ist, dass sie immer wieder weitererzählt wird. Zum Beispiel, dass die großen gesellschaftlichen Gruppen wie Parteien, Gewerkschaften, Kirchen u.s.w. immer mehr Mitglieder verlieren. So wird es erzählt, berichtet, so wird es in der Öffentlichkeit dargestellt.
Nach gar nicht allzu langer Zeit verschwinden solche Wortschöpfungen wieder aus dem öffentlichen Sprachgebrauch, weil sie sich abgenutzt haben oder als das aufgeflogen sind, was sie von Anfang an waren: billiger verbaler Modeschnickschnack.
Dafür schafft es ein neues Wort (zurück) auf die Bühne. Statt „Narrativ“ spricht man dann von einer „Erzählung“ oder schlicht: „Es heißt“.
Warum nicht zum Bewährten stehen, statt pfauengleich die bunten Sprachfedern zu spreitzen, die „so toll“ – auch so ein Modewort – nun auch wieder nicht sind.