Gut hundert Meter entfernt ein Herr und sein Hund. Der Hund läuft ein wenig voraus, der Herr trottet hinterher.

Wir, zwei Hunde, ein Herr, kommen ihnen entgegen. Ich nehme meinen kleineren Hund an die Leine. Er sucht gern Kontakt mit anderen Hunden.

Die Idee mit der Leine kommt auch dem anderen Hundefreund. Aber da ist es schon zu spät. Sein Vierbeiner lässt sich nicht zurückrufen.

Je näher er kommt, desto bedrohlicher wirkt er.

Was Hundehalter nicht machen sollten: ihr Tier auf den Arm nehmen. Aber auch angeleint droht Gefahr. Der freilaufende Hund wird sich als der Stärkere fühlen und angreifen. Also: Leine los. Zu spät.

Der Große stürzt sich auf den Kleinen und es beginnt ein wilder Kampf. Die beiden bilden ein einziges Knäuel, ein Bellen und Jaulen. Während der Halter des großen Hundes immer noch herbeieilt, komme ich dem Kleinen zu Hilfe, versetzte dem Angreifer einen beherzten Tritt in die Flanke und bemühe mich, die Streithähne, Streithunde auseinander zu zerren. Vergeblich.

Endlich ist der Halter zur Stelle. Fragt: „Ein Rüde?“ Was für ein Gesprächsbeginn.

Endlich leint er seinen Hund an, ich den meinen, und wir trennen die beiden Kämpfer.

„Mann, Mann, Mann!“ Das mußte ja einfach raus. Laut und mit Nachdruck. „Entschuldigung … .“

Ein Schnee- und Regentag, und dann auch noch ein zerzauster und durch den Kampf verdreckter Hund. Hat er Verletzungen davongetragen? Auf den ersten Blick nicht. Ein kleines Wunder.

„Mein Hund beißt nicht“, sagt der Mann mir gegenüber. „Der macht nur Alarm.“

Na dann.