Sehr geehrter Herr Martenstein,

 

vor einigen Jahren habe ich Ihre Kolumnen in der ZEIT entdeckt, für die Sie seinerzeit wöchentliche Kommentare zum Zeitgeschehen verfassten. Ich mochte Ihre Sprache und Ihre Sicht auf die Dinge.

Inzwischen haben Sie den Arbeitgeber gewechselt und schreiben nun für die BILD. Auch ein Vier Buchstaben-Blatt, aber vermutlich doch mit anderer Leserschaft.

Ihre Kolumnen bleiben gleichwohl lesenswert. Gern schreiben Sie Politiker oder Kulturschaffende an, aber auch schon einmal das gestochene Zierwerk über dem weiblichen Steißbein, das von manchen herablassend so genannte „Arschgeweih“, das nun eine Renaissance feiere.

Kürzlich habe ich Sie sogar getroffen. Fast, aber nur fast hätte es zu einem Foto gereicht. Das war in unserem Kasseler Rathaus, wo Sie den mit 10.000 Euro dotierten Deutschen Sprachpreis 2026 erhielten, von keiner geringeren als unserer Bundestagspräsidentin Julia Glöckner.

Die hat sie mit Lob überschüttet, wer immer die Rede für sie geschrieben hat. Auch Ihre Rede hat mir gefallen, besonders als sie sich trauten gegen die so künstliche, nicht künstlerische Gender-Sprache zu Felde zu ziehen.

Ihre Kolumnen haben mich nun ermutigt, es Ihnen gleichzutun und ebenfalls solche kleinen Beiträge zu verfassen, einfach aus Lust an der Freud.

Weiterhin gute Ideen wünsche ich Ihnen und mir.

Ihr Holger Wieboldt

Im Bild: Der Kasseler Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller, die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Dr. Martina van den Hövel-Hanemann und die Bundestagspräsidentin Julia Glöckner. Sitzend: Harald Martenstein beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Kassel.