Früher … ging man doch einfach mal so bei wem vorbei, klingelte und, wenn er oder sie da war, machte man einen kleinen Besuch. Zumindest ein wenig Zeit war immer … . Und wenn keiner da war … rief man eben später einmal an.
Irgendwann hieß es dann: Man kann doch nicht einfach irgendwo hingehen, unangemeldet … und dann auch noch klingeln.
Und heute: Man kann doch nicht einfach wem ins Haus platzen oder anrufen … das ist grenzüberschreitend.
In einer Karikatur habe ich kürzlich den Dialog zweier Teenager entdeckt. Sagt der eine zum anderen: „Du, entschuldige, dass meine Mutter deine Mutter gestern einfach so angerufen hat, ohne ihr vorher zu schreiben.“
Ach so, ja, das ist jetzt die neueste Form der Kontaktaufnahme: man schreibt sich. Keine Briefe, keine Karten, keine eMails, auch keine Sms, also ShortMessages, sondern man WhatsAppt oder SIGNALt.
Aber wem selbst dieser Aufwand zu groß ist, der setzt halt lediglich ein Smiley, Auswahl genug ist ja vorhanden.
Und dann gibt’s da noch die raffinierteste Form der Kommunikation: die Nicht-Kommunikation. Heißt: man verzichtet selbst auf jegliche Form der Kontaktaufnahme und antwortet folgerichtig auch nicht auf entsprechende Vorgehensweisen anderer.
Mann, o Mann.