Der Mann steht im Türrahmen und hält einen Hut in seinen Händen. In einer kurzen Rede hatte er dies zuvor angekündigt und dabei gleich seine Erwartung geäußert: 20 Euro pro Person.

Wir kannten uns von früher als wir noch „Ämter bekleideten“, wie man sagt. Er ein deutlich höheres als ich. Heißt auch, dass er einst sehr viel mehr Menschen begegnet war als ich, und wichtigeren, deren Gesichter wohl länger nachwirkten.

So verwundert es nicht, dass er mein kurzes „Hallo“, untermalt vom Rascheln zweier Geldscheine, nur mit einem abwesenden Blick quittierte, einem Blick, der vielleicht auch denen galt, die er kannte, und die sich als Nächste in die Spenderschlange einreihen würden.

Bei einer Alltagsbegegnung hätte es vielleicht zu einem „Ach, hallo“ gereicht. So aber bleibt es bei diesem doch eher ernüchternden Aufeinandertreffen.

Ich trage ihm das nicht nach. Er ist ein wirklich netter Kerl, freundlich und zugewandt, wenn er weiß, mit wem es es zu tun hat; und davon gibt es eine ganze Menge. Auch ich bin schon in den Genuss solcher Begegnungen gekommen, und das mehr als einmal. Früher.

PS: Übrigens rauschte auch seine Frau an mir vorbei, mit einem Blick, der zu sagen schien: „Irgendwie kommen Sie mir bekannt vor.“ Auch das ist in Ordnung. Ist ja schließlich auch länger her.

Meinen Obolus habe ich trotzdem gern gegeben.

Foto: Chatgpt