Uwe Petersen, Schulleiter am Kasseler Wilhelmsgymnasium, ging zum Beginn der Sommerferien 2025 in den Ruhestand und blickte zurück
Die HNA berichtete am 4. Juli:
Uwe Petersen wird an diesem Freitag nach zwölf Jahren als Schulleiter verabschiedet. Womöglich war es kein Traumjob, für den sich Uwe Petersen 2013 bewarb. Für den Posten des Schulleiters am Kasseler Wilhelmgsymnasium hatten sich lediglich zwei Interessenten beworben, einer der beiden war Petersen.
Als die HNA ihn damals porträtierte, hieß es im Artikel, dass es auch für andere Direktorenposten an Kasseler Schulen zu wenig Bewegungen gab. Der Job sei vielen zu stressig und verantwortungsvoll geworden.
An diesem Freitag wird Petersen nach zwölf Jahren als Schulleiter von seinen Schülern und Kollegen in den Ruhestand verabschiedet. An dem 139 Jahre alten Gymnasium hat er einiges in Bewegung gebracht. Eines aber ist gleich geblieben: Immer noch will kaum jemand Schulleiter werden. Petersens Nachfolgerin Kerstin König wird am 1. August anfangen. Die bisherige stellvertretende Leiterin der Albert-Schweitzer-Schule wird erst die zweite Frau auf dem Posten sein. Sie war auch die einzige Bewerberin.
Petersen sagt: „Schulleiter ist kein Nine-to-five-Job. Das muss man wollen.“
Der 66-Jährige erzählt von einer „durchaus schnell erregten Elternschaft“. Am WG, wie das Wilhelmsgymnasium genannt wird, gibt es 1200 Schüler sowie etwa 100 Lehrkräfte. Da müsse man kommunikativ ausgleichend wirken. Man kann sich vorstellen, dass das nicht immer einfach ist, vor allem in der Ausnahmezeit der Corona-Pandemie. Da erhielt Petersen reihenweise anonyme Mails, deren Absender drohten, ihn anzuzeigen, weil er die Schüler testen ließ.
Der im Rheinland geborene und in Hamburg aufgewachsene Pädagoge hat immer gern Deutsch und Politik unterrichtet. Auch als Schulleiter hat er mehr Stunden gegeben, als er eigentlich gemusst hätte. Und er hat auch den Job geliebt, den viele nicht machen wollen, denn: „Als Schulleiter kann man viel gestalten.“
Das ist ihm gelungen. Kassels Bildungsdezernentin Nicole Maisch (Grüne) sagt, Petersen habe das WG „zu einem Ort entwickelt, an dem der menschliche Blick auf den Einzelnen, Leistungsbereitschaft und Bildungserfolg Hand in Hand gehen“.