Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Bestatter mir das Wort durch das Leben mit all seinen Schwierigkeiten und Frustrations-Erfahrungen mitgeben würde.

Aber da steht er, selbst schon über 80, und sagt lächelnd: „Durchhalten!“ Mehr nicht. Nur Durchhalten.

Und ich halte es nun mit diesem Appell wie jener Mann, den Otto Heinrich Kühner in seinem Gedicht „Das Lächeln“ erwähnt Der schickt morgens ein  Lächeln los, das ihn am Abend wieder erreicht.

Mein Lächeln ist das von dem  Bestatter empfangene  >Durchhalten<, das ich weitergebe: an den Obdachlosen, der enttäuscht ob all der Absagen immer noch auf Wohnungssuche ist, an den Suchtkranken, der unsicher am Beginn seiner Therapie steht, an den Langzeitarbeitslosen, der sich müde von all den vergeblichen Versuchen erneut bewirbt;

voller Hoffnung, dass auch mich dieser Appell erreicht, dass ich mich an dieses „Durchhalten!“ erinnere, wenn ich es brauche.

Und ich brauche es ebenso nötig, wie all die anderen.